Traurig

Traurig....

 

Sie bringt heute eine ganz andere Art von Trauer mit.

Traurigkeit dir selbst gegenüber.

 

Traurig, weil Menschen die schon ein einige Jahrzehnte an deiner Seite

verweilen, du plötzlich nicht mehr verstehst.

 

Traurig, dass Worte an eine Wand prallen und am Boden zerschellen.

Worte die zurückkommen und verletzend sind.

 

Traurig, dass Handlungsweisen sich so verändert haben, dass sie handlungsunfähig machen. Dass das, womit du anfangen willst, an deiner Hand vorbei rauscht.

 

Traurig, dass Gedanken Gedanken bleiben ohne die Lippen zu erreichen.

Dass angenommen wird, du verstehst schon was gemeint ist.

Doch Gedanken bleiben Gedanken.

 



Traurig, dass man deinen Ruhepol für Zorn, Wut und Beschuldigungen missbraucht.

Und dabei keine Rücksicht in Betracht zieht, dass sich der Ruhepol verändert.

 

Traurig, dass Tränen des Schmerzes nicht gesehen werden oder ignoriert werden.

 

Traurig, dass du selbst Erwartungen hast die nicht erfüllt werden, weil die Erwartungen von deiner selbst ausgehen.

 

Traurig, dass dein Hilfeschrei nicht gehört wird. Oder mit den Worten „du schaffst das schon, du bist stark“ abgetan wird.

 

Traurig, dass die Hälfte der Freundschaften da sind wenn es dir gut geht. Und sonst?

Traurig, dass ein Viertel der Freundschaften dir manchmal die Hand reichen können. Jedoch diese Hand nicht festhalten können, weil sie in sich selbst gefangen sind.

 

Und wenn es nur eine Person ist, die mit dir diesen Weg geht. Ohne Wenn und Aber.

Doch genau diese Person / en sind es wert, die Traurigkeit hinter sich zu lassen.

Die Schulter die angeboten wird anzunehmen und sich anzulehnen, weil du eben stark bist.

Dass Gedanken nicht nur Gedanken sind, sondern zu einem Inhalt werden.

Dass Handlungen deine Hand festhalten.

Dass Worte die Lippen erreichen oder man sich ohne Worte versteht.

Wo Geben und Nehmen im Ausgleich sind.

 

Genau für solche Menschen lohnt es sich weiterzumachen und weiterzugehen.

 

Für diese Erkenntnis danke ich der Traurigkeit. Denn ohne sie hätte ich nie solche Gedanken in Erwägung gezogen.

Für diese Erkenntnis danke ich allen meinen Freunden, die ohne Wenn und Aber für mich da sind. Wertfrei, tröstend und liebevoll. Herzlichen Dank.