Dich....

Dich...

 

Die Trauer hat mir heute „dich“ zu mir gebracht.

 

Heute fühle ich die Person, die diese Welt verlassen hat, sehr nahe bei mir.

Ich fühle sie zum Greifen nah. Nur den Arm danach ausstrecken...

Unverständlich, dass ich sie jetzt gerade in diesem Augenblick nicht umarmen kann.

Sie ist doch so nahe bei mir. So nahe.

 

Heute sehe ich die Person, die diese Welt verlassen hat, klar und deutlich.

Wie sie die Hände nach mir streckt, doch meine Hände greifen ins Leere.

Wie sie sich an meine Schulter lehnt, doch die Schulter spürt keinen Druck.

Wie sie mich anlacht, doch mein Lachen geht irgendwohin.

 

Heute höre ich die Person, die diese Welt verlassen hat.

Ich höre ihre Stimme ohne zu wissen, ob meine Antwort dort ankommt.

Ich höre ihr Lachen; fröhlich, ungezwungen und frei. Mein Lachen ist gefangen in mir.

Ich höre ihre Worte, die mich trösten sollen, doch der Trost ist gering. Du fehlst....

 

Heute rieche ich die Person, die diese Welt verlassen hat.

Das Haar, wie es duftet. Wie gerne würde ich mich jetzt in dieses Haar kuscheln.

Den Körperduft, als würde die ganze Wohnung danach duften. Du bist nicht da....

Der Duft der Nacht. Ich drehe mich im Bett danach um und das Bett neben mir ist leer.

 

Die Wahrnehmung der lieben Person ist so schön und zugleich so schmerzlich.

Es weckt die Sehnsucht in mir, nach all dem zu greifen.

 

Diese Sehnsucht, die nicht gestillt werden kann.

Die Sehnsucht, die ich mit niemandem teilen will.

Die Sehnsucht, die mich nach Rückzug schreien lässt.

 

Rückzug nach Einsamkeit.

Rückzug zu dir und mir.

Rückzug all dies aufzunehmen.

 

Nichts sehen.

Nichts hören.

 

Einfach ich und du.

Im monologen Zwiegespräch.

In der alleinigen Dualität.

Im Wissen sein, du bist hier.

Du bist hier in einer anderen Form.

Einfach du und ich.

 

 

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