Stiller Weg...

Stiller Weg im Fürstenwald

 

Ich möchte ich alle Anwesenden herzlich bergrüssen.

 

Ich bin zutiefst bewegt, dass sie mit mir hier stehen.

Es bewegt mich so, dass ich diese eindrückliche Ruhe hier

mit einigen ich Worten untermalen möchte.

 

Worte die uns alle betreffen.

 

Währende des Textes werde ich, in Stille,  einen weiteren Stein auf diesen Weg legen.

                                                                                          Wer mag darf diesen Weg, mit seinem Stein in

                                                                                          Gedanken und Achtsamkeit weiterbauen.

 

                                                                                Nach den Worten bleiben wir für einen kurzen

                                                                                          Moment, in Gedanken,  bei unseren

                                                                                          Verstorbenen. Um dann ruhig und besinnlich

                                                                                          den Heimweg anzugehen.

                                                                                          Nehmen sie ihr Licht auf diesen Heimweg mit.

 

Wir alle haben uns  hier versammelt, um diesen Weg miteinander zu gehen.

Wir alle teilen, in der Stille, das gleiche Schicksal.

 

Wir alle haben heute Besuch von der Trauer

 

Wie viel Steine gibt es auf unserer Welt?

Wie viele male sehen wir „nur“ Steine. Laufen unachtsam an ihnen vorbei.

Ohne Gedanken, ohne sie zu sehen.

 

Sie sind in unserem Alltag zur Normalität geworden.

 

Wie viel Tage verbringen wir mit unseren lieben Mitmenschen.

Wie viele male leben wir miteinander, ohne wirklich den anderen bewusst wahrzunehmen.

Ohne Gedanken, in der nicht bewussten Art des Seins.

 

Wir sind in unserem Alltag zur Normalität geworden.

 

Viel zu wenig haben wir bis jetzt wahrgenommen, dass die Steine

schmeichelnd, kantig, rissig, eckig, gross oder klein sind. Einfarbig oder die verschiedenen Farben der Natur widerspiegeln.

Jeder für sich den Hinweis auf ein Unikat in sich trägt.

 

Jeder von uns trägt einen solchen Stein heute bei sich. Der Stein als Unikat.

Doch es ist heute Abend weit mehr als dies.

Er ist ein Unikat, für den Menschen, der für uns so einzigartig gewesen ist und immer sein wird.

 

Ein Mensch der genauso schmeichelnd, kantig, gross oder klein sein konnte.

Der seine eigene Farbe und die vielen Farben der Natur in sich trug.

 

Genau das ist es, was diesen Menschen zum Unikat werden liess.

Genau das ist es, was ihn so wertvoll und einzigartig erscheinen liess.

Genau das ist es und genau deswegen, werden wir unsere Liebe immer in uns tragen.

 

Ein Mensch der unvergänglich in unserem Herzen, in unserem Bewusstsein ist.

Ein Mensch, dessen Liebe unzerstörbar ist. Ein tiefe Liebe die uns niemand nehmen kann.

 

Eine unerwiderte Liebe, voll von Schmerz und Sehnsucht geprägt. Doch würde diese Sehnsucht, dieser Schmerz nicht sein, würde diese Liebe eine ganz andere Bedeutung bekommen.

 

Bedacht liegt ein Stein in unseren Händen. Liebevoll wendet sich unser Blick auf dieses Stück Natur. Der weitaus mehr bedeutet, als unsere Natur.

Liebevoll und voller Sehnsucht durchdringen unsere Gedanken diesen Stein.

 

Wir alle sind hier in unserem eigenen Leid, unserem Schmerz, unserem Vermissen.

Wöchentlich, täglich, ja sogar stündlich sind unsere Gedanken bei dem Heimgegangenen.

 

Gedanken die uns begleiten und denen wir machtlos gegenüber stehen.

 

Gerne  möchte ich einige Gedanken von Thornton Wilder auffassen:

 

Da ist ein Land der Lebenden und da ist ein Land der Toten; als Brücke dazwischen ist unsere Liebe.

Welch grosse Worte

 

Da ist ein Land der Lebenden.

Wir haben dieses Land mit ihm, dem lieben Menschen erlebt.

Manche von uns sind mit ihm einige Schritte gegangen,

andere fast den gesamten Lebensweg.

Über die Zeit im "Land der Lebenden", gemeinsam mit ihm, haben wir viele Erinnerungen und können sehr viel erzählen.

Gerade heute Abend sind viele dieser Erinnerungen wieder wach geworden.

 

Wir erinnern uns an glückliche Stunden mit ihm in unserer Mitte, an lustige Erlebnisse, an Feste und Feierlichkeiten mit ihm, an Freude und Ausgelassenheit; doch da sind auch Erinnerungen an Krankheit, an traurige Erlebnisse und schwere Stunden.

 

Da ist ein Land der Lebenden und da ist ein Land der Toten; und als Brücke zwischen beiden steht unsre Liebe.

Diese Brücke ist stark; sie wird lange halten; bei einigen von uns für alle Ewigkeit.

Es ist eine Brücke, gebaut aus Steinen der Liebe, befestigt mit unseren Tränen,

verfugt mit unseren Erinnerungen und unseren guten Gedanken.

Lasst diese Brücke stark sein, als Verbindung zu ihm; als Verbindung über die Grenze hinweg, über die Grenze zwischen dem Land der Lebenden und dem Land der Toten.

 

Gehen wir den Weg zu dieser Brücke.

Zu der Brücke die das Jenseits mit dem Diesseits verbindet.

Legen wir die Steine mit unseren eigenen Gedanken auf diese Brücke.

Legen wir die Steine symbolisch für unsere Lieben.

Legen wir die Steine, dass unsere Wege auf dieser Brücke wieder vereinen werden.

 

Gehen wir in Stille diesen Weg.

Denken wir in der Stille an diejenigen, die nicht mehr auf dieser Welt verweilen.

 

Jeder nehme seinen Stein und bringe ihn auf seinen Weg......

 

(Der Weg wird weiter gebaut)

 

Wir tragen das Licht bei uns, damit dieser Weg hell erscheint. Damit unsere Brücke auch in den dunklen Stunden in heller Erinnerung bleibt.

 

Nehmen wir das Licht mit uns auf in unsere weltliche Nacht. Zurück in unseren Alltag.

Nehmen wir das Licht mit, damit unsere schwere Stunden erhellt werden.

Nehmen wir das Licht mit, damit wir immer wieder zu dieser Brücke, zu diesem Weg zurück finden. Den Weg zur unwahrscheinlich grossen Liebe.

 

Auf Wiedersehen bis dann, bis irgendwann, bis auch wir über diese Brücke gehen werden.

 

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