
Das Wort TRAUER
Heute hatte ich Besuch von der Trauer.
Sie brachte mir einen Denkanstoss mit, zu dem Wort Trauer.
Ist dieses Wort männlich oder weiblich? Ich möchte hier nicht auf die deutsche Schreibweise zurückgreifen, denn in dieser ist sie weiblich, weil sie ja die Trauer heisst.
Wenn ich das T in diesem Wort genauer betrachte, kommt es mir doch so vor als trage es eine gewisse Härte in sich. Eine Endgültigkeit, eine Entschlossenheit, etwas Unwiderrufliches.
Dann auch wieder, die Emotionen, die die Trauer beinhaltet, kann beide Aspekte tragen, den männlichen Zorn / Wut, die weibliche Depression.
Die Trauer verschliesst das Innere, des Herzens und lässt nichts an sich herankommen sowie ein Mann, der allem trotzt.
Die Trauer öffnet jedoch auch alle Sensoren. Sie wird empfindlicher und sensibler wie der weibliche Part.
Die Sehnsucht, das Verlangen, zeigen die geballte Form der Weiblichkeit. Das nicht weinen, das stark sein sollen zeigt die Muskeln des Mannes.
Und hat es nicht noch einen Anteil des Kindseins? Den Tränen sich hinzugeben, dass „Heimweh“ nach etwas fernem? Das sich trösten lassen, sich Klein zu fühlen und sich auch klein machen möchte.
Lieber Leser ist es nicht spannend, dass genau die Trauer sich in keine Persönlichkeitsstruktur einzwängen lässt?
Das genau sie dir zu verstehen gibt: Lebe deine Trauer in deiner eigenen Unpersönlichkeit aus. Egal ob kindlich, männlich oder weiblich. Sie ist so wie sie ist.
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Dein Engel
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Verfasser: Domenica Meier-Durisch
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